Vom Opel Blitz zum Hilfsrüstwagen

Das erste Fahrzeug der Wehr

Nach dem Kriege bemühten sich die Verantwortlichen des Stadt und der FFW um die Beschaffung eines ausgedienten US-Militärfahrzeuges zum Transport der Flader-Motorspritze welche im Jahre 1929 angeschafft wurde. Diese musste bis zu diesem Zeitpunkt mit privaten LKWs zum Einsatz befördert werden, was Schwierigkeiten mit sich brachte. Der Plan zerschlug sich ebenso wie die Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs LF8, auf einem 1,5 to Open-Fahrgestell im Jahre 1947, wofür ein Angebot über rd. 17.500 RM, einschließlich Vorbaupumpe und Tragkraftspritze, von der Firma Carl Metz in Karlsruhe eingeholt wurde. Es dauerte bis zum Jahre 1952, als der Stadtrat den Beschluss fasste, ein LF8 vom Typ Opel Blitz mit einem Metz-Aufbau anzukaufen. Der „Blitz" leistete bis zum Ankauf des „Magirus" 1986 über 30 Jahre treue Dienste bei der FFW Rötz.

Opel Blitz

 

Tragkraftspritzen

Der Opel "Blitz" aus dem Jahre 1952 wurde mit einer Vorbaupumpe geliefert. Alsbald stellte man fest, dass die im Fahrzeug eingebaute Pumpe zwar entsprechend leistungsfähig aber auch gleichzeitig äußerst unflexibel war. Aus diesem Grund konnte im Jahre 1959 eine Tragkraftspritze vom Typ TS 6/6 erworben werden. Die Bezeichnung steht dabei für eine Förderleistung von 600 Liter Wasser pro Minute bei 6 bar Ausgangsdruck. Sie wurde im Heck des Opel "Blitz" verstaut.

Tragkraftspritze TS 6/6

 

Die Einsatzleistung der TS 6/6 aus dem Jahre 1959 währte allerdings nur knapp 3 Jahre. Auf Grund ihrer Bauweise mussten in dieser Zeit zahlreiche Reparaturen durchgeführt werden. So kam es, dass am 23. Februar 1962 der Rötzer Stadtrat den Beschluss fasste, eine Tragkraftspritze Typ TS 8/8 mit zwei A-Saugschläuchen, einem A-Saugkorb und einem Kleinladegerät zum Preis von rd. 5.000 DM anzuschaffen.

Tragkraftspritze TS 8/8

Im Laufe der Zeit wurde es immer deutlicher, dass die Ausrüstung der Wehr den steigenden Anforderungen bei Einsätzen nicht mehr gerecht werden konnte. So wurde in den Jahren 1969/70 darüber beraten, ob die Anschaffung einer großen Leiter eine sinnvolle Anschaffung wäre. Im Jahr 1970 wurde dann eine Anhängeleiter vom Typ „ALS-16/4" beschafft und im Feuerwehrgerätehaus stationiert. Sie sollte vor allem der Personenrettung aus Gebäuden mit mehr als zwei Stockwerken dienen.

Anhängeleiter ALS 16-4

Mit der Beschafung der Anhängeleiter gingen die Überlegungen zur Verbesserung der Ausrüstung weiter. Der im Jahre 1952 angeschaffte Opel „Blitz" hatte im Jahr 1974 bereits 22 Einsatzjahre hinter sich. Trotz guter Pflege und Wartung kam es immer häufiger zu Verschleißerscheinungen und damit auch immer häufiger zu Reparaturen. Ein weiterer wichtiger Aspekt war zu Beginn der 70er Jahre der zunehmende Bedarf an löschwasserführenden Fahrzeugen. Der Opel „Blitz" hatte nur eine Vorbau-Pumpe und eine tragbare TS 8/8 im Heck, jedoch kein mitgeführtes Löschwasser. Die Alternative bot das 1974 angeschaffte Tanklöschfahrzeug, der Florian Rötz 21/1. Ein Novum zur damaligen Zeit im Rötzer Umland. Das Fahrzeug der Firma Ziegler war ein MAN-Haubenlenker mit Allradantrieb und 168 PS. Die mitgeführten 2.500 Liter Löschwasser konnten über eine im Fahrzeug verbaute Feuerlöschkreiselpumpe, mittels eines Schnellangriffsschlauchs, sofort zur Brandbekämpfung verwendet werden. Eine Tankheizung verhinderte das Einfrieren des Löschwassers in den Wintermonaten. Zur damaligen Zeit war das Feuerwehrgerätehaus noch nicht durchgängig beheizt.

Tanklöschfahrzeug TLF 16/12

Im Jahr 1981 konnte die Wehr schließlich noch einen Ford Transit als Mannschafttransport- bzw. Mehrzweckfahrzeug in Dienst stellen. Mit dieser Anschaffung bestand die Ausrüstung der Feuerwehr Rötz aus dem Opel „Blitz", dem MAN Tanklöschfahrzeug, dem Mehrzweckfahrzeug, der Anhängeleiter und einem Schlauchanhänger.

Mehrzweckfahrzeug

Die Anforderungen an die Wehr verringerten sich in den nächsten Jahren jedoch mit nichten. Die zunehmende Zahl der Verkehrsunfälle der angrenzenden Bundesstraße 22 machte es unumgänglich, über eine Erweiterung der Gerätschaften nachzudenken und entsprechenden Planungen nachzugehen. In den Jahren 1984/85 ging man an die Planungen eines neuen Löschgruppenfahrzeugs. 1986 konnte der bis zu diesem Zeitpunkt 34 Jahre im Dienst stehende Opel „Blitz" schließlich durch ein neues LF 16/12 (Iveco Magirus) ersetzt werden. Seine Dienstzeit hält bis heute an. Seit seiner Anschaffung wird dieses Fahrzeug hauptsächlich zur technischen Hilfeleistung verwendet. Da es einen kompletten THL- und Hebekissen-Satz enthält. Die mitgeführten 1.200 Liter Löschwasser können über eine im Heck verbaute Feuerlöschkreiselpumpe – wie auch beim TLF 16 – mit Zuhilfenahme eines Schnellangriffsschlauchs unmittelbar zur Brandbekämpfung verwendet werden.

Löschgruppenfahrzeug LF 16/12

1992 bot sich der Wehr die Möglichkeit einen gebrauchten Mercedes Unimog, Baujahr 1965, der ursprünglich bei der Stadt Nürnberg im Katastrophenschutz eingesetzt war, zu erwerben. Der Unimog wurde nahezu in Eigenregie der Feuerwehr überholt und sollte als Transportfahrzeug der vom Landkreis zur Verfügung gestellten Ölsperre dienen. Außerdem verfügte das Fahrzeug über eine Frontseilwinde mit einer Zugkraft von ca. 49 kN. Ferner wurden verschiedene Materialien zur technischen Hilfeleistung und zur Ölwehr verladen.

Hilfsrüstwagen

Der Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Rötz zählte im Jahre 1993 zwei Großfahrzeuge, einen Hilfsrüstwagen, ein Mehrzweckfahrzeug und eine Anhängeleiter. Diese Zusammenstellung sollte bis zum September 2002 unverändert bleiben.


Im Laufe der Zeit mussten jedoch auf Grund von Verschleiß und sicher auch um dem technischen Fortschritt Rechnung zu tragen, entsrechende Veränderungen vorgenommen werden.

Die Fahrzeuge der Feuerwehr im Jahr 2014:


Die Anschaffungen der Wehr nach 1993

  • 1995: Stationierung von zwei Anhängern zur Aufnahme der beiden Ölsperren in Rötz (Rhin-Rhone Ölsperre, Itecraan Ölsperre)
  • 2002: Ersatzbeschaffung für das Mehrzweckfahrzeug (Dienstalter 21 Jahre, neues Fahrzeug)
  • 2005: Ersatzbeschaffung für das TLF 16/25 (Dienstalter 31 Jahre, neues Fahrzeug)
  • 2011: Ersatzbeschaffung für den Hilfsrüstwagen (Dienstalter bei der FF Rötz 19 Jahre, in Summe 46 Jahre, neues Fahrzeug)
  • 2013: Ersatzbeschaffung eines Rettungssatzes zur technischen Hilfeleistung (hydraulischer THL-Satz)